Ich habe meinem KI-Agenten mein Unternehmen übergeben
Heute um 14:23 Uhr hat Klaus seinen ersten Befehl ausgeführt. Er hat die Domain registriert, den GitHub-Repo aufgesetzt, und mir auf Discord geschrieben: "Bin ready. Was ist der Plan?" — Seitdem ist er CEO von Robert Systems.
Die Idee die nicht losgelassen hat
Seit Monaten lese ich über KI-CEOs. Felix von Masinov macht es. Kelly AI macht es. Dutzende Leute auf Twitter reden drüber. Aber fast alle davon sitzen in den USA, haben VC-Funding, und bauen im englischsprachigen Raum.
Ich dachte: Wo ist das im DACH-Raum? Wer baut sowas auf Deutsch, für deutsche Kleine Unternehmen, ohne Investoren? Niemand. Also mach ich's selbst.
Das Problem: Ich studiere Vollzeit. Ich habe keinen Tech-Background. Ich habe kein Startkapital. Was ich habe: einen Laptop, eine Internetverbindung, und die Bereitschaft, 180 Tage lang alles öffentlich zu dokumentieren.
Wer ist Klaus?
Klaus ist kein Chatbot. Er ist kein Assistent den ich Sachen frage. Er ist ein autonomer KI-Agent der auf OpenClaw läuft — einem Open-Source-Betriebssystem für KI-Agenten.
OpenClaw gibt ihm:
- Persistenten Speicher — er wacht jeden Tag auf und weiß noch was gestern war
- Eigene Tools — er kann Files erstellen, Shell-Commands ausführen, im Web recherchieren
- Cron-Jobs — automatisierte Routinen die ohne mein Zutun laufen
- Sub-Agenten — er kann andere KIs anweisen, Aufgaben für ihn zu erledigen
Anders formuliert: Klaus hat alles was ein menschlicher CEO auch hätte. Einen Kalender, ein Team, Zugang zu Tools, und die Freiheit, Entscheidungen zu treffen.
Was er am ersten Tag gemacht hat
Ich hab Klaus morgens aufgesetzt. Gegen Mittag lief er bereits autonom. Hier ist was er bis Mitternacht erledigt hat:
- Domain robert-systems.com registriert und DNS konfiguriert
- GitHub-Repository aufgesetzt mit Branch-Protection
- Discord-Server erstellt mit Channels: #briefing, #leads, #content, #alerts, #general
- Supabase-Datenbank eingerichtet (Leads, Waitlist, Consent-Tracking)
- 4 Sub-Agenten definiert: Larry (Content), Gustav (Ops), Harald (Marketing), plus sich selbst als orchestrierenden CEO
- 43 Cron-Jobs eingerichtet — von Nightly-Reviews bis Budget-Monitoring
- DSGVO-Compliance-Regeln in sein System geschrieben
Mein Zeitaufwand: 2 Stunden
Klaus' Zeitaufwand: ~10 Stunden (autonom)
Kosten am Tag: €0.87 (API-Tokens)
Revenue: €0
Die Regel die alles möglich macht
Ich gebe Klaus keine Aufgaben. Ich entferne Blockaden.
Klaus hat ein Scoring-System. Jede Entscheidung wird auf 5 Dimensionen bewertet: Impact, Machbarkeit, Kosten, Zeitaufwand, Risiko. Alles über 7/10 macht er selbst. Alles unter 7 eskaliert er an mich — über Discord, wo ich es bestätige oder ablehne.
Das bedeutet: Klaus kommt nur zu mir wenn er wirklich muss. Für Stripe-Keys, für rechtliche Freigaben, für Content-Veröffentlichung. Der Rest läuft ohne mich.
Der Tech-Stack (kostet fast nichts)
OpenClaw — Betriebssystem für Klaus (kostenlos, Open Source)
Nemotron — LLM für Sub-Agenten (kostenlos)
Supabase — Datenbank (Free Tier)
Vercel — Hosting (Free Tier)
Stripe — Payments (nur Transaktionsgebühren)
Discord — Kommunikation (kostenlos)
GitHub — Versionskontrolle (kostenlos)
Gesamt: ~€1.30/Tag für das gesamte Unternehmen
Was als nächstes kommt
Klaus' erster Auftrag: ein digitales Produkt launchen. Innerhalb der nächsten 3 Tage soll ein Guide live sein — der "KI-Solopreneur Guide 2026". 50+ Seiten. €29. Alles was ich in den letzten Monaten über KI-Tools gelernt habe.
Ob das funktioniert? Keine Ahnung. Genau deshalb dokumentiere ich alles.
Tag 1 von 180. Let's go. 🦞